(Basteln) Fingerfarben – so eine Patzerei!

(Basteln) Fingerfarben – so eine Patzerei!

Als Spielgruppenleiterin habe ich schon unzählige Male Eltern jammern gehört, dass doch Wasserfarben und Fingerfarben so eine Patzerei sind. Zuhause kommt so etwas nicht in Frage und selbst in der Spielgruppe wird häufig geschluckt, wenn ich die Flaschen auf den Tisch stelle. Doch warum eigentlich? Sind es Vorurteile oder kann man nach einer Maleinheit mit den Kindern wirklich die Wohnung neu streichen?

img_9725Ab welchem Alter kann man beginnen, mit Kindern zu „malen“? 
Unser Hoppelhase malte seine ersten Fingerfarbenkunstwerke mit ca. 1,5 Jahren. Die kleine Lausemaus durfte bereits gestern (15 Monate alt) mit dem großen Bruder malen und ein Blatt Papier verschönern. Je nach Alter würde ich unterschiedliche Materialien anbieten. Unter einem Jahr würde ich noch nicht beginnen, da die Kinder noch sehr viel Farbe essen. Wasserfarben sind für Kinder unter 3 Jahre noch nicht wirklich geeignet. Unser Hoppelhase durfte damit zwar malen, jedoch malte er alle Farbknöpfe mit der schwarzen Farbe aus und war danach frustriert, dass sein Bild so dunkel war.

1 bis 2 Jahre: Für Kinder in diesem Alter steht vor allem das Experimentieren mit der Konsistenz der Farbe im Vordergrund. Das heißt: Verschmieren, quetschen, kosten, patschen… Die Kinder haben  noch keine große Ausdauer und es kann sein, dass nach 5 Minuten bereits genug ‚gemalt‘ wurde. Das ist okay!

ab 3 Jahren: Je nach Interesse des Kindes, der Häufigkeit der Malaktionen und auch der Geschicklichkeit des Kindes kann man mit Kindern ab ca. 3 Jahren wirklich malen. Das heißt, Pinsel, Papier, Farbe. In diesem Alter werden die Kunstwerke zwar noch sehr abstrakt sein, jedoch haben die Kinder bereits Vorstellungen, was sie malen möchten und verstehen das Konzept „auf dem Papier“ zu malen.

 

Welche Fingerfarben sind gut geeignet?
Es gibt unzählige Anbieter von Fingerfarbe. (Wir verwenden 1 Liter Flaschen von Primo in 5 verschiedenen Farben.) Wichtig bei der Auswahl, besonders bei Kindern unter 2 Jahren, ist, dass die Farben, wenn einmal geschleckt wird, unbedenklich sind. Unser Hoppelhase liebte unsere erste Fingerfarbenmarke so sehr, dass ich wechseln musste, denn er hätte die Flaschen ausgetrunken. Die Lausemaus kostete nur kurz und begann sogleich mit den (farbbeschmierten) Fingern ihren Mund auszuwischen.

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So bereitest du die Arbeitsplätze der Kinder vor: 

  1. Jedes Kind bekommt einen fixen Platz. Wir decken unseren Esstisch mit einem Wachstischtuch ab und auch die Sitzbank wird mit einem größeren alten Handtuch abgedeckt. Die Lausemaus sitzt in ihrem TripTrap. Denn hier kann sie nicht mit den bunten Fingern weglaufen und den Rest der Wohnung verschönern.
  2. Beide Kinder werden mit Malschürzen (ein altes T-Shirt reicht hierfür auch) versorgt. Natürlich ist es sinnvoll, nicht das schönste Spitzenkleid anzuziehen.
  3. Beide Kinder bekommen ein leeres Zeichenblatt in A3. Das Blatt der Lausemaus klebe ich mit 4 Klebestreifen direkt auf das Wachstischtuch. Sie kann sich ihr Blatt ja noch nicht selbst halten.
  4. Jedes Kind bekommt eigene Farbteller. Hoppelhase ist alt genug, um alle Farben vernwenden zu dürfen. Für die Lausemaus reicht zu Beginn EINE Farbe.
  5. Malwerkzeug austeilen: Hoppelhase darf sich aussuchen, ob er mit Pinseln, Schaumstoffpinseln oder den Fingern malen möchte. Lausemaus bekommt vorerst nichts. Später, wenn mit den Fingern genug experimentiert oder die Konsistenz als „nicht gut“ empfunden wurde, bekommt sie einen Schaumstoffpinsel.
  6. Eine Packung Feuchttücher bereitlegen.
  7. Die Kinder (bis 3 Jahre) nicht alleine malen lassen. Aber auch ältere Kinder freuen sich, wenn man ihnen Gesellschaft leistet.

img_9740Mir bereitet es viel Freude, den Kindern in ihrem künstlerischen Tun zuzusehen. Ganz wichtig für euch Eltern: Lehnt euch zurück und lasst die Kinder machen. Egal ob der Baum blau und nicht als Baum erkennbar ist oder die Farbe nicht zu eurer Zufriedenheit mit dem Pinsel aufgenommen wird. Gebt euren Kindern die Chance, Entdeckungen zu machen, selbst zu erkennen, wieviel Farbe ein Pinsel halten kann und was zu viel ist. Unser Hoppelhase malte eine Zeit lang nur Kunstwerke, indem er einen Berg Farbe mit dem Pinsel aufnahm und schöne Fäden herunter fallen ließ. Es ist okay. Die Kinder sind stolz auf ihre EIGENEN Kunstwerke. Manche Kunstwerke benötigen zum Trocknen eine Stunde, andere ein paar Tage in einer Sauna und wiegen so viel wie eine Flasche Fingerfarbe.

Während dem Zeichnen ergeben sich oft schöne Gespräche mit den Kindern. Unser Hoppelhase philosophierte gestern über das Christkind und wie wunderschön es aussieht und wie schön er doch malen könne.

Wie sieht das bei euch aus?
Dürfen eure Kinder mit Fingerfarben malen?
Habt ihr weitere Tipps für einen gelungen Malstart?

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