Kinder schlafen nicht alleine

Kinder schlafen nicht alleine

Warum gibt es eigentlich Schlaf-Ratgeber für Kinder? ‚Jedes Kind kann schlafen lernen‘ und weitere lustige Werke finden sich am Buchmarkt und beleben den Hoffnungsschimmer vieler Eltern. Die Wahrheit aber ist: Jedes Kind ist individuell und Kinder schlafen nicht gerne alleine. Kinder werden in der Nacht wach. Kinder haben Ängste, die meistens keinen Sinn machen, trotzdem ist das so.

Mittlerweile haben wir 4 Kinder (darum war es in den letzten Monaten so ruhig.. vielleicht sollten wir den Blog umbenennen in die diegrossfamilie o.ä…) und ich behaupte zu wissen wovon ich schreibe. Ich nehme euch, die darauf hoffen hier wertvolle Tipps zu erhalten, jetzt definitiv die Hoffnung, alleine mit dem Partner ruhige Nächte zu verbringen.

Nachdem wir also zwei kleine Zwerge im Haus haben (Bub und Mädchen, im Jänner zu Welt gekommen), dazu eine 2 1/2 jährige Laus und unseren 6 1/2 jährigen Hoppelhasen, fragen uns doch so einige, wie wir das mit dem schlafen jetzt managen.

Das war die Theorie

Ende letzten Jahres sind wir von unserem gemütlichen, kleinen Häuschen am Waldrand in ein großes Haus umgezogen, ein sehr großes Haus mit drei Stockwerken und jeder Menge Platz. In unserem alten Haus hatten wir irgendwann aufgegeben und alle gemeinsam in einem Schlafzimmer geschlafen: Elternbett in der Mitte, ein Kind rechts, ein Kinds links.
Mit dem Umzug ins neue Heim witterten wir natürlich unsere Chance: Wir gestalten richtig tolle, gemütliche Kinderzimmer. Jeder darf sich Bett und Möbel aussuchen. Jetzt ist der Zeitpunkt, die zwei in ihre eigenen Zimmer zu übersiedeln. Soweit die Theorie.
Wir haben es gefeiert, zelebriert,… unser eigenes gemütliches Zimmer eingerichtet. Wie schön – endlich Ruhe!

Die Praxis

Lausemaus wurde jede Nacht wach, irgendwann gegen 2 oder 3 Uhr Früh, worauf ein Elternteil schnell zu ihr ins Zimmer huschte und versuchte, sie wieder zum Schlafen zu bringen. Durchhalten war die Devise, man kann schließlich nicht von heute auf morgen verlangen, dass sich die Kleinen an die Situation gewöhnen. In der Realität war es dann weniger lustig, jede Nacht zu ihr ins Zimmer zu sausen und meist vor lauter Müdigkeit selbst daneben einzuschlafen. Aber das konnte nur besser werden.

Kandidat 2: Hoppelhase
Zu allererst megastolz auf sein eigenes Zimmer, schrie er in der Nacht voller Panik auf. Was macht man also: Ins Zimmer laufen, versuchen ihn zu beruhigen; wieder und wieder. Hat nicht geklappt.
Nächster Versuch und geniale Idee: Walkie Talkie
Hoppelhase bekam ein Walkie Talkie mit ins Bett, ich ebenso. So konnten wir in der Nacht funken, wenn er sich fürchtete. Er würde immer wissen, dass wir da sind. So – wieder einmal – die Theorie.
Was wirklich passierte? Wir funkten in der Nacht gefühlte 50mal hin und her. Das Gefühl, alleine im Zimmer zu liegen und seine Ängste konnte ihm auch das Funkgerät nicht nehmen.

Nach einigen Wochen waren wir gleichermaßen müde wie genervt und wollten vor allem den Kindern nicht antun, sich jede Nacht fürchten zu müssen. Schluss damit.

Die Konsequenz: Matratze neben unser Bett

Unsere alte große Matratze kam wieder zum Einsatz. Glücklicherweise ist unser Schlafzimmer groß genug um ein ganzes Schlaflager errichten zu können. So liegen die zwei ‚Großen‘ jetzt wieder neben dem Elternbett. Wer denkt, dass die beiden jetzt völlig ruhig neben uns schlafen, irrt wieder. Hoppelhase wird in der Nacht zumindest zwei-, dreimal wach und muss zumindest hören, dass alle da sind. Lausi kommt mitten in der Nacht ins Bett getrappelt und schlüpft unter unsere Decke. Ist eben so.

Wohin mit den Zwillingen?

Das war die wirklich wichtige Frage um den Jahreswechsel. Denn wenn die beiden in der Nacht schreien, würden die Großen ebenfalls wach. Wie sollte das funktionieren?

3+3

Wie lösen wir also das ganze Schlafthema mit 4 Kindern, die nicht durchschlafen und vor allem nicht alleine schlafen? Mama + Zwillinge schlafen in einem eigenen Zimmer. Das hat den Vorteil, dass es dort viel wärmer ist als im restlichen Haus und die Kleinen sich nicht so leicht verkühlen. Außerdem sind die Nächte mit den Babies anstrengend genug, so stehe ich mit den Großen um 6 Uhr auf, damit wir alles für die Schule vorbereiten, Frühstück machen und Mama mit den ganz Kleinen – im Falle, dass sie noch schlafen – zumindest nicht so früh aufspringen muss.

Wir schlafen also getrennt und jeder mit zwei Kindern in einem Zimmer. So einfach ist das und so wird es wohl noch eine Weile bleiben. Eines Tages wird ein Kind auf die Idee kommen, im eigenen Zimmer zu schlafen. Wann das ist, wissen wir nicht. Ob in 1, 2 oder 10 Jahren – es ist wie es ist. Alles was man tun kann ist es zu akzeptieren. Wer Kinder bekommt, geht viele Kompromisse ein, aber so ist das eben als Familie. Man lebt gemeinsam, man hilft sich gegenseitig und man versteht, wenn jemand nicht alleine sein möchte. Deshalb sind wir schließlich eine Familie!

Es soll Kinder geben, die durchschlafen. Es soll Kinder geben, die alleine in ihrem Zimmer schlaffen wollen. Wir haben diese Kinder nicht.

Ein Tipp für alle: Akzeptiert eure Kinder wie sie sind, schätzt euch glücklich wenn sie einmal durchschlafen und vergesst vor allem die ganzen Ratgeber. Das Geld ist in einen guten Kaffee am Morgen besser investiert 😉

Irgendwann schlafen wir wieder alleine. Dann werden wir in der Nacht murmeln: Bin eh da, brauchst dich nicht fürchten und vor allem sagen: Mei, weißt noch wie lieb sie damals waren als sie zu uns ins Bett geklettert sind….

P.S.: Am Beitragsbild ist unser (damals) nicht eingerichtetes Schlafzimmer zu sehen.

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