Schneetag – Traum & Realität

Schneetag – Traum & Realität

Der erste Schnee! Die Kinder laufen freudig zum Fenster, ziehen sich an und sausen in die weiße Pracht. Es wird getobt, gelacht, Schnee geschaufelt, Schneeengel gemacht und mit dem Bob und dem Schlitten gefahren. Nach ein paar vergnüglichen Stunden stürmen alle mit roten Backen ins Haus und es wird gemeinsam gemütlich Kakao getrunken.

Ja, ihr habt Recht. Das klingt echt wie im Traum – und wird es wohl weiter bleiben müssen. Die Realität, zumindest bei der Familie Outdoor, sieht eher so aus:

Die Kinder laufen freudig zum Fenster und jubeln über den Schnee. Sie wollen unbedingt hinausgehen und genau an diesem Punkt endet auch bereits bei uns die idyllische Vorstellung eines gemütlichen Schneeabenteuers. Anziehen ist bei uns immer ein großes Thema – wir haben alles Erdenkliche versucht. JEDEN TAG ein Kampf. Jeden Tag…jedes Mal hinaus gehen. Von leichtem Jammern bis zum extremen Wutanfall mit Geschrei, denn, warum kann man nicht ohne Socken und nur mit kurzer Hose in den Schnee. Blöde Mama. Doofe Mama.
Die Lausemaus steht meist daneben und begutachtet das Schauspiel. Sie lässt sich bisher problemlos anziehen und hilft auch fleißig mit. Es geht also auch anders…man lernt nie aus. Bei den Handschuhen ist es allerdings auch bei ihr mit der Freundschaft aus und es gibt heftige Maulerei ihrerseits. Was müssen auch die Finger verschwinden.

Nachdem alle mit „bester“ Laune und durchgeschwitzt das Haus verlassen haben, starten wir in unser Abenteuer. Was für ein Glück, dass wir die Bobbahn direkt neben dem Haus haben. Der Hoppelhase braucht jeden Tag viel Bewegung und so nimmt man diese vorausgehenden Kämpfe in Kauf, da man eben weiß, am Ende geht es allen besser. Zumindest den Kindern.

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Bobfahren möchte der Hoppelhase. Das hätte ich nicht erwartet. Dass er selbst eine Idee hat. Zu 90% jammert er, dass er nicht weiß, was er tun soll. ERFOLG!!!! Gut. Der Bob wird den Hang neben dem Haus hinaufgezogen und dann mit Vollgas hinunter gefahren. Dabei werden sämtliche Winterspaßteilnehmer ohne Rücksicht auf Verluste niedergefahren. Denn, so wird begründet, was müssen wir auch direkt auf der Wiese stehen und warum wollen wir die Bahn auch nutzen? Das ist immerhin seine Bahn. Natürlich wird erklärt, dass man die Bahn gemeinsam nutzt (ca. das. 200. Mal seit seinem 1. Winter), was wiederum einen weiteren Wutanfall auslöst und mit einem „ihr seid so gemein“ endet. Die Lausemaus weint in der Zwischenzeit, da sie natürlich die Handschuhe abgeschüttelt hat und mit beiden Händen in den Schnee gefallen ist. Ich eile zu ihr und hebe sie auf, während mir der Hoppelhase wieder direkt in die Schienbeine fährt. Vielleicht sollte ich an diesem Punkt erwähnen, dass unser Hoppelhase das Konzept „sozial sein“ und „man nimmt Rücksicht“ nicht versteht. Und nein, bevor die ersten hier aufschreien, das liegt nicht am mangelnden Verständnis oder an der mangelnden Erziehung sondern wirklich an seiner Persönlichkeitstruktur.

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…immerhin ein idyllisches Foto

Der Hoppelhase will mit mir eine Schneeballschlacht machen, die Lausemaus heult mir die Ohren voll und irgendwie fühle ich mich leicht verloren in dem ganzen Hin- und her. Natürlich geht man pädagogische und weniger pädagogische Vorgehensweisen im Kopf durch – die Entscheidung fiel nach ca. 1,5 Stunden auf: „Wir gehen wieder hinein.“ Der Hoppelhase heult auf und beschimpft mich, warum ich denn gerade jetzt, wo er Schnee schaufelt, hinein gehen müssen. Ich schlage vor, dass er am Rasen vor der Terrassentür schaufelt, denn da sieht er uns und er braucht keine Angst haben. Unser Hoppelhase kann nirgends allein sein, da er überall Angst hat. Die Lausemaus heult weiter – sie hat Hunger. Ich gehe hinein. Natürlich kommt der Hoppelhase nach nicht einmal 30 Sekunden heulend ins Haus. Die Lausemaus schaut mitleidig und umarmt und tröstet ihn. Soetwas haben wir von unserem Hoppelhasen nicht in 5,5 Jahren erlebt. Man bestaunt kurz diese schwer einfühlsame Szene und kämpft sich danach durch die Ausziehodyssee.

Und jetzt soll mich noch einer fragen, warum man als Mutter eigentlich ein Burnout bekommen kann. Man ist doch nur daheim und spielt ein wenig. Meist trinkt man nur Kaffee… Vielleicht andere Mütter – ich nicht.

Bitte baut mich auf und sagt mir, dass auch eure Tage im Schnee nicht immer idyllisch verlaufen 😉 

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